Partico

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Zwischen Freelance und Festanstellung: Berufliche Weiterentwicklung für hochqualifizierte Menschen, die mehr Flexibilität brauchen.

Welches Problem / gesellschaftliche Herausforderung möchtest du / möchtet ihr lösen?
Es gibt zu viele hoch qualifizierte und erfahrene Menschen, die nicht arbeiten, weil die gängigen Arbeitsmodelle ihren Bedürfnissen nicht entsprechen. Dazu gehören insbesondere Frauen – aber auch Männer – die nach einigen Jahren erfolgreicher Karriere teilzeit arbeiten wollen, etwa wegen Kindern: Für übliche Teilzeitstellen sind sie oft überqualifziert. Sich selbstständig zu machen, wenn man teilzeit arbeiten will, geht aber meist auch nicht. Ähnlich ist die Situation für die 50+.

Wie möchtest du / möchtet ihr vorgehen, um das Problem zu lösen?
Wir möchten diesen Menschen die Möglichkeit geben, sich in einem und dymanischen Umfeld mit flexiblen Strukturen ihren Bedürfnissen entsprechen beruflich weiter zu entwickeln: Ein rechtlicher und administrativer Rahmen soll ein festes Anstellungsverhältnis mit variablem Lohn anbieten. Mitglieder sollen in der Entwicklung von neuen Projekten und Dienstleistungen unterstützt werden. Die Arbeit soll dabei in variablen Teams erbracht werden und nicht von Personen alleine.

Wie soll sich das Unternehmen finanzieren?
Der Aufbau soll über die Kapitaleinlagen der Mitglieder finanziert werden. Im laufenden Betrieb wird ein Teil der Einnahmen als Lohn an die Mitglieder ausgezahlt. Ein Teil geht in die Sozialversicherungen und ein Teil zur Deckung der Betriebskosten (Administration/Buchhaltung, Marketing, Support, Versicherungen, …).

Wie weit bist du / seid ihr in der Entwicklung des Projektes?
Das Projekt hat über mehrere Jahre Form angenommen und ist nun als Konzept weitgehend ausgereift (inkl. Businessplan, minimale Webseite, …). Im Moment sind wir auf der Suche nach Personen für ein Gründerteam. Ausserdem arbeiten wir an der Ausweitung unseres Netzwerks. Ab Herbst werden dafür, sowohl in der Romandie als auch in der Deutschschweiz, regelmässige Meetups stattfinden (co-entrepreneurship meetups).

Warum möchtest du / möchtet ihr beim «Swiss CoopStarter» mitmachen?
Auch wenn wir schon sehr viel Zeit (und auch Geld) investiert haben, gibt es sicher noch viel, was wir von andern Genossenschaften lernen können. Die grösste Herausforderung ist wohl, die kritische “Masse” von Menschen zusammen zu bringen, damit das Projekt die Dynamik erreichen kann, die wir anstreben.

Warum willst du / wollt ihr die Genossenschaftsform für das Projekt wählen?
Was wäre Uber, wenn es eine Genossenschaft wäre und den Fahrern gehört? Was wäre Airbnb wenn die Firma den Hosts gehören würde? Oder umgekehrt, was wäre Mobility Car Sharing ohne seine Mitglieder? Die Dynamik wäre sicher eine andere. Uns scheint es wichtig, dass Partico den Mitgliedern gehört und sie nicht nur “Kunden” sind, die eine Dienstleitung beziehen. Wir wollen einen “shared sense of ownership” kultivieren. Da scheint uns alles andere, als eine Genossenschaft, unangebracht.

Was möchtest du über Genossenschaften wissen?
Wir konnten uns schon recht intensiv mit dem Modell der Genossenschaft auseinandersetzen. Somit besteht hier schon recht gute Klarheit.


Community

 

Recent Comments

Excellent initiative and a very motivated team. Very benefic
Guten Tag Camille, Gute Frage. Man könnte sich vorstellen,
Guten Tag Holger, Wir haben solche Personen nicht explizit
Hallo Simon, die Schaffung von genossenschaftlichen Struktur
Flexibles sieht auch interessant aus. Was mir noch nicht gan
Ich finde die Idee super. Mich würde insbesondere interessi
Ich finde euer Konzept super. Weiter so!
Guten Tag Thomas. Wie viele wir im "Team" sind: Das hängt e
Hallo Simon, ein sehr sympathisches Projekt und offenbar auc
Guten Tag Jen, Danke für den Hinweis. Ich kannte eure Organ
Hi Simon, vor etwa 25 Jahren machten wir bereits einige Expe
Lieben Dank Simon, jetzt kann ich mir das viel besser vorste
Freelancer-Kollektiv: Die Idee ist, dass sich nicht Einzelpe
Hallo Simon, super Idee! Ich kann mir sehr gut vorstellen, d

Responses

  1. Nikki Böhler

    Hallo Simon, super Idee! Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sich viele Personen nach so einem Modell sehnen. Was mir noch nicht ganz klar ist: Arbeiten die Mitglieder von Partico an eigenen Startups, nehmen sie externe Aufträge als “Freelancer-Kollektiv” entgegen oder welche Art von Arbeit / Jobs führen sie aus?

    1. Simon.Schneebeli Post author

      Freelancer-Kollektiv: Die Idee ist, dass sich nicht Einzelpersonen “verkaufen” müssen, sondern dass sich Personen mit komplementären Fähigkeiten und Erfahrung zu kleinen “Teams” zusammen finden und *gemeinsam* Dienstleistungen anbieten. Wir nennen diese Teams “Agencies”. Es handelt sich dabei nicht um rechtlich selbsständige “Organe”, sondern um Teams, die aber sehr viel Autonomie haben und weitgehend selbst organisiert sind.
      Start-ups: Neben dem Anbieten von Dienstleistungen sehen wir recht viel Potential in der Entwicklung von neuen Ideen und Projekten, die durchaus zu Start-ups führen können. Auch wenn sich Menschen zu einer “Agency” zusammenfinden und sich irgendwann in eine eigenständige Organisation ausgliedern wollen (eine Spin-off), dann soll das möglich sein.
      Das Ziel von Partico ist es, den Menschen zu ermöglichen, sich beruflich weiter zu entwickeln. Wenn daraus eine Start-up oder Spin-off wird, dann haben wir dieses Ziel erreicht.
      Als kleines Beispiel des Potentials: Vor mehr als einem Jahr ist bei einem Treffen eine Wissenschaftlerin dabei. Wir haben über eine Projektidee diskutiert, dann mit verschiedenen Firmen gesprochen und schliesslich einen Projektbeschrieb ausgearbeitet. Damit haben wir Anfang Jahr vom Kanton Wallis eine Finanzierung für ein Forschungsprojekt (Proof of Concept) erhalten. Wenn alles gut geht, soll daraus eine eigenständige Startup werden.

    1. Simon.Schneebeli Post author

      Guten Tag Jen,
      Danke für den Hinweis. Ich kannte eure Organisation noch nicht. Ich hoffe, dass wir uns mal auf einen Kaffee treffen können. Es gibt noch die eine oder andere Organisation, die ähnlich arbeitet, wie wir das tun wollen. Einige Elemente, die wir anders machen:
      – Arbeit in Gruppen: Wenn ich das richtig sehe, macht ihr das bei flexibles.ch ebenfalls so, dass es nicht Einzelpersonen sind, die Dienstleistungen anbieten (oder wie bei euch Projekte entwickeln), sondern kleine Gruppen.
      – Anstellungsverhältnis/Genossenschaft: Mitglieder/Mitarbeitende sollen einen Anstellungsvertrag erhalten. Gleichzeitig sollen sie als Genossenschafter auch Mit-Eigentümer sein.
      – Projekte UND Dienstleistungen: Es gibt Organisationen, die nur Dienstleistungen anbieten, andere die sehr stark (oder nur) auf Projekt-Entwicklung abzielen. Wir versuchen beides zu tun.
      – Breite: Wir versuchen uns sehr breit aufzustellen und sehen diese Diversität letzten Endes auch als Stärke.
      Gerade letzter Punkt setzt praktisch voraus, dass wir “gross” sein müssen, d.h. eine kritische Masse anstreben müssen. Somit sind wir im Moment sowohl in der Romandie als auch in der Deutschschweiz am Aufbauen. Die Herausforderung ist aber gross.
      Ich schreibe dir noch persönlich, damit wir uns hoffentlich bald einmal treffen können.
      Simon

    2. holger hoffmann-riem

      Flexibles sieht auch interessant aus. Was mir noch nicht ganz klar ist: sind das vor allem Projekte, die ihr selbst macht, oder bietet ihr auch eine Plattform für andere Leute ein, die quasi unter dem flexibles-Dach an Projekten arbeiten wollen?

    1. Simon.Schneebeli Post author

      Guten Tag Thomas.
      Wie viele wir im “Team” sind: Das hängt ein Bischen davon ab, wie man zählt. Wir haben zur Zeit 7 Mitglieder, die bei der Gründung dabei sein wollen. Einige davon sind auch bereit, Schlüsselfunktionen zu übernehmen (4 Personen), andere wollen einfach als Mitglieder mitmachen. Die Herausforderung ist natürlich: wer hilft mit, das aufzubauen, auch wenn noch kaum Finanzierung da ist: Nicht unberechtigt sagen einige, dass sie sofort dabei sind, sobald wir einen Lohn zahlen können.
      Zur Aufteilung: Wir werden uns sicher nach Landesteilen aufteilen und wollen regional auch sehr unabhängig bleiben. Daneben erwarte ich, dass wir am Anfang wie bei einer Start-up üblich so ziemlich alles machen werden, dann aber langsam zu einer klassischeren Aufgabenteilung übergehen werden (Marketing/Kommunikation, Finanzen/Buchhaltung, Member support, … und dann natürlich ein Vorstand). Die Idee ist aber auch, dass viele dieser Arbeiten von Mitgliedern ausgeführt werden, die die entsprechenden Dienstleistungen auch nach aussern anbieten (sprich, dass die Mitglieder sowohl nach innen als auch nach aussen Dienstleistungen anbieten). Im Übrigen werden wir sicher eine agile/holakratische/soziokratische Struktur aufbauen.

  2. holger hoffmann-riem

    Ich finde die Idee super. Mich würde insbesondere interessieren, welches Potenzial ihr für Menschen seht, die sich schrittweise selbständig machen wollen. Ich beobachte dass viele Leute neben ihrem “Broterwerbsjob” gern noch zunächst einen Tag pro Woche an einem Projekt arbeiten wollen, das sie begeistert. Wenn sie dann rausfinden, dass ihr Angebot auf Interesse stösst, so können sie ganz auf dieses Standbein setzen und den alten Job kündigen. Für die Übergangsphase – die ersten Tests – ist es jedoch abschreckend, den ganzen Papierkram mit Firmengründung und Sozialversicherungen auf sich zu nehmen. Siehst du da mit eurem Ansatz ein Potenzial, solchen Leuten das Leben zu erleichtern?

    1. Simon.Schneebeli Post author

      Guten Tag Holger,
      Wir haben solche Personen nicht explizit und in sich als “Nutzergruppe/Persona” identifiziert. Hingegen haben verschiedene Interviews mit bestehenden (und erfolgreichen) “Freelancer” ergeben, dass sie – auch wenn sie den ganzen Papierkram mit Selbstständigkeit hinter sich haben, an einer Teilnahme interessiert sind. Bei manchen geht es mehr darum, jemand zu haben, der sich um die Buchhaltung und Administration kümmert. Was aber noch mehr ein Argument zu sein scheint, ist dass sie es als Vorteil sehen, auf einfache Art weitere Personen in ein Projekt einbeziehen zu können und damit die Auslastung auszugleichen.

      Bei all dem sind wir etwas etwas vorsichtig. Wir sehen uns weniger als ein Dienstleister, der sich um die Buchhaltung und Administration kümmert (der typische “Payroll service” als eine Gruppe von Leuten, die Zusammen mehr erreichen wollen und können, als wenn jeder alleine arbeitet “The whole is greater than the sum of its parts”.

  3. Camille Roseau

    Hallo Simon, die Schaffung von genossenschaftlichen Strukturen im Freelance-Bereicht dunkt mich eine sehr gute Idee. Organisatorisch habt ihr Euch ja schon vieles überlegt. Könntet ihr vielleicht noch etwas über die Art der Mandate/Dienstleistungen sagen, die Ihr über Portico anbieten werdet? Ich kann mir vorstellen, dass sich das stark daran orientiert, wie die Zusammensetzung der GründerInnen aussieht, aber dazu wüsste ich gern noch etwas mehr, um mir ein Bild von Eurem Portfolio zu machen.
    Viele Grüsse, Camille

    1. Simon.Schneebeli Post author

      Guten Tag Camille,

      Gute Frage. Man könnte sich vorstellen, dass wenn alle Gründer “Consultants” sind, dass wir uns auf das beschränken wollen. Das würde es uns wohl einfacher machen, uns Kunden gegenüber zu positionieren.

      Wir sehen aber Potential darin, das breiter aufzustellen: Wir stellen uns Partico als eine “Dachorganisation” vor, in welcher kleine Gruppen von Menschen mit komplementären Kompetenzen weitgehend eigenständige DIenstleistungen anbieten. Diese Gruppen sollen sich auch individuell im Markt positionieren, ev. auch mit einer eigenen Webseite (sie müssen einfach klarstellen, dass es sich nicht um eine eigenständige Organisation, sondern um ein Teil von Partico handelt).

      Somit gibt es in Bezug auf die Art der Dienstleistungen/Mandate eigentlich keine Grenze, und wir möchten die Diversität auch aktiv fördern. Ob wir dann aber so weit gehen, dass wir auch Kaminfeger und Seelsorger und Philosophen dabei habe, muss sich noch zeigen. Es gibt da wohl schon auch Grenzen.

      Simon