People’s Factory

Beschreibe dein / euer Projekt in 140 Zeichen
Wir definieren Produktion neu: Menschen stellen in Zukunft Alltagsgegenstände selber her – dort, wo wir wohnen, gemeinsam, nachhaltig, mit Spaß und Genuss!

Welches Problem / gesellschaftliche Herausforderung möchtest du / möchtet ihr lösen?
Das aktuelle Wirtschaftssystem basiert mehrheitlich auf immer mehr Konsum von Massenprodukten, ohne Rücksicht auf “Verluste”, wie die Zerstörung unserer Umwelt als Lebensgrundlage oder die mangelnde Wertschätzung von Menschen und Ihrer Arbeit. Die People’s Factory bietet eine Alternative: Produziert wird in Zukunft selbst, mit möglichst lokalen Ressourcen, mit einfachst (!) zu bedienenden digitalen Maschinen, in einer Gemeinschaft – selber herstellen macht nicht nur stolz, frei und unabhängig!

Wie möchtest du / möchtet ihr vorgehen, um das Problem zu lösen?
Infrastruktur, die die Eigenproduktion (Stückzahl 1) in der Nachbarschaft möglich macht. Dazu gehören Produktionsstätten, die in Zukunft mit neuen, einfacher zu bedienenden Maschinen ausgestattet werden (in einem separaten Unternehmen entwickelt und produziert), die so gestaltet sind, dass sie die Entwicklung einer Gemeinschaft fördern. Die Herstellung von schönen Produkten soll befriedigend, ein Genuss sowie auf keinen Fall alleine passieren. Das Design der People’s Factory ist deshalb einladend, inspirierend und zweckmäßig zugleich. Unsere eigene Produktion findet in Zukunft in einem Gemeinschaftsraum statt, den wir einfach erreichen können. Damit diese neue Form von Produktion möglich ist, bedarf es noch weiterer Komponenten: Lokale Beschaffung von hochwertigen Materialien (idealerweise auch Recycling oder Circular Economy), ein Marktplatz für den Erwerb von Produktionsvorlagen für schöne Produkte, die von professionellen Produktdesignern angeboten werden und die so konstruiert sind, dass sie von Jedem und Jeder produziert werden können, sowie ein umfassendes Kurskonzept.

Unser Ziel ist es, ein weltweit flächendeckendes Netz (35.000 Standorte) von People’s Factorys aufzubauen, wobei jede People’s Factory sich selber verwaltet und eigenständig ist. Idealerweise ist jede People’s Factory eine Genossenschaft, so dass sie von lokalen Bedingungen (Beschaffung, Löhne und Gemeinschaft) profitiert und steuert in der großen internationalen Gemeinschaft permanent dazu bei, die Konzepte zu verbessern. Indem wir den Fokus auf lokale Herstellung von der “Losgröße 1” legen verknüpft mit Spass, Zufriedenheit, Unabhängigkeit und Gemeinschaft (hohes Motivationspotential für Veränderung) ist es möglich, ein Gegengewicht zum z.T. zerstörerischen Wettbewerb der Massenindustrie aufzubauen und eine echte, nachhaltige Veränderung herbeizuführen.

Wie soll sich das Unternehmen finanzieren?
Für Einrichtung und Infrastruktur werden mindestens 100.000 CHF pro Standort benötigt (abhängig von der Größe auch mehr). Es gibt eine Reihe von Zielgruppen, mit jeweils spezifischen Angeboten und Einnahmequellen:

Private Produktion
  • Menschen kommen in die People’s Factory um Alltagsgegenstände zu produzieren oder ihre Kreativität in einer lokalen Gemeinschaft auszuleben.
  • Sie zahlen für die Nutzung der Infrastruktur, für Material und Verbrauchsmaterial, für Coaching/Mentoring, für Kurse, …
Designer
  • Designer können die Infrastruktur der People’s Factory für die Umsetzung eigener Ideen nutzen.
  • Sie zahlen für die Nutzung der Infrastruktur, für Material und Verbrauchsmaterial, für Coaching/Mentoring, …
Lokale Unternehmen
  • Lokale Unternehmen können die People’s Factory mit Design, Entwicklung und Produktion von individuellen Produkten in Kleinserien, Prototypen, Einzelstücken, etc. beauftragen
  • Sie bezahlen für die Arbeitszeit und Nutzung der Infrastruktur
Essen & Trinken
  • In weiteren Ausbaustufen des Projekts soll eine Bistro-artige Gastronomie in die People’s Factory integriert sein, um dem Anspruch an ein lokales Begegnungszentrums gerecht zu werden.

Wie weit bist du / seid ihr in der Entwicklung des Projektes?
Die erste People’s Factory in Luzern wurde im September 2018 in der Bundesstrasse 21 als Pilot eingerichtet und Anfang Dezember offiziell eröffnet (www.peoplesfactory.com). Aktuell wird die People’s Factory mit einem kleinen Team und ersten Partnern (Lieferanten, Produktdesigner, Hochschule) unter dem Dach der Fabrik Fünf GmbH betrieben und weiter entwickelt. Es gibt ein Geschäftsmodell, das laufend entwickelt und erweitert wird. Da es sich um ein völlig neues Konzept handelt, betrachten wir die ersten 2 Jahre als Lernphase, in der wir Antworten auf die wichtigsten Fragen finden möchten und die der Eröffnung weiterer Standorte in der Schweiz und anderen Ländern vorausgeht. Weitere Infos finden sich auf unserer Website.

Warum möchtest du / möchtet ihr beim «Swiss CoopStarter» mitmachen?
Wir haben bisher noch keine aktive Erfahrungen mit dem Aufbau, der Organisation und dem täglichen Betrieb von Genossenschaften. Wir sehen in unserer Teilnahme am Swiss CoopStarter die Chance, mit kompetenter Unterstützung herauszufinden, wie lokale People’s Factories als Genossenschaften organisiert werden können, wie wir Menschen für den Einstieg in die Genossenschaften finden und begeistern können und wie Finanzierungsmodelle für Genossenschaften aussehen können. Eine wichtige Frage ist, wie die Einhaltung gemeinsamer Werte und anderer grundlegender Strukturen über mehrere lokale Genossenschaften hinweg (idealerweise international) gesichert werden kann.

Warum willst du / wollt ihr die Genossenschaftsform für das Projekt wählen?
Wir möchten digitale Fabrikation für Alle in jedem Quartier ermöglichen. Wir sind überzeugt, dass der beste Ansatz dafür ist, Menschen lokal anzusprechen, aktiv in das lokale Projekt einzubringen und daran zu beteiligen. Es soll ein Projekt von Menschen für Menschen sein. Partizipation setzt ungemein positive Energien und Kreativität frei, die in die Schaffung von gemeinsamen Werten, einem hohen sozialen Nutzen sowie Unabhängigkeit münden. Nur so ist es unserer Meinung nach möglich, einen echten Wandel herbeizuführen. Es geht um Gemeinwohl und nicht um Gewinnmaximierung für einige wenige! Die Form der Genossenschaft ist für unser Projekt eine ideale Organisationsform, die weltweit möglich ist.

Was möchtest du über Genossenschaften wissen?
Wir haben bereits Erfahrungen in der Gründung von GmbHs, aktuell betreiben wir die erste People’s Factory in Luzern unter dem Dach der Fabrik Fünf GmbH (www.fabrikfuenf.ch). Unsere Vision ist, mehrere People’s Factories an mehreren Standorten jeweils als lokale Genossenschaften auszubauen. Wie kann ein Zusammenspiel dieser lokalen Genossenschaften aussehen? Wie werden Entscheidungen in den lokalen Genossenschaften getroffen? Wie können diese übergreifend koordiniert werden? Was unterscheidet eine Genossenschaft von einer Not-for-Proft Organisation?


Community

 

Recent Comments

just do it!
Great idea! Good luck wishes from London!
Dear Sameer, you are great :-)! Thanks so much for your supp
I think the concept is looking towards the future and will h
Lieber Alex, ganz herzlichen Dank für Dein super Feedback!
Dear Abba, you are awesome :-)! Welcome to the People's Fact
Lieber Holger, unsere Vision ist, dass die einzelnen Standor
Liebe Camille, ganz herzlichen Dank für Dein Feedback und D
Liebe Marianne das klingt nach einem sehr interessanten Proj
Dann hoffe ich mal dass ihr McDonals bei der Zahl der Filial
Hallo Marianne. Ich finde euer Projekt sehr sinnstiftend! Es
Such an inspiring business model! THIS is exactly what the w
Liebe Susanne, auch Dir ein ganz herzliches Dankschön für
Die People's Factory: Leidenschaft und Professionialität zu
Liebe Silke, ganz herzlichen Dank für Dein super Feedback :
Liebe Marianne, ich finde das ist ein großartiges Projekt!
Lieber Mario, auch Dir eine ganz dickes Dankeschön für Dei
Lieber Marcel, herzlichen Dank für Dein tolles Feedback :-)
Menschen daran erinnern, motivieren und befähigen Dinge se
Dicken Daumen hoch für die Peoples Factory. Klasse Projekt,
Liebe Nicole, ganz herzlichen Dank für das tolle Feedback!
überzeugendes Konzept! Formschöne Alltagsgegenstände mit
überzeugendes Konzept! Formschöne Alltagsgegenstände in d
People‘s Factory. Was für eine gute Sache. Weiter so!
Liebe Marianne, vielen Dank für deine Antwort. Ich fände d
Lieber Thomas, vielen Dank für Dein Feedback und Deine Idee
Die People’s Factory gefällt mir sehr gut! Ich wüsste be
Lieber Fred, vielen Dank für Dein Feedback und Deine Frage!
Sehr tolles Konzept. Eine Frage zum weltweit flächendeckend
Liebe Nikki, ganz herzlichen Dank auch Dir und dem Team fü
Hallo Marianne, ein sehr schönes Konzept und super, dass ih

Responses

  1. Nikki Böhler

    Hallo Marianne, ein sehr schönes Konzept und super, dass ihr bereits einen Test-Space eröffnet habt! Ich habe noch zwei Fragen zur Positionierung und dem Space in Luzern:
    1) Was ist deiner Meinung nach der Unterschied zwischen einer “People’s Factory” und einem “Maker Space” (z.B. https://zurich.fablab.ch)?
    2) Was sind eure grössten Learnings in Luzern? Wo seht ihr gemäss diesem Testlauf die grössten Herausforderungen?

  2. Marianne.Wilmsmeier Post author

    Liebe Nikki,
    ganz herzlichen Dank auch Dir und dem Team für den tollen Wettbewerb und Eure Unterstützung!
    Hier unsere Antworten zu Deinen Fragen:
    1) Die People’s Factory setzt sich konsequent mit der Idee auseinander, richtige Produktion in die Hände von Bürgern zu geben. Das bedeutet, wir beschäftigen uns mit der Frage „Wo müssen wir überall ansetzen, dass wirklich jeder weltweit in der Lage ist, ein Produkt selbst herzustellen, anstatt es zu kaufen?“ In erster Linie werden wir bei den Produktionsmaschinen ansetzen, die so einfach zu bedienen sind wie Küchengeräte und dem Ergebnis Stand halten müssen mit Produkten, die gekauft werden, sprich ansprechendes Design, hochwertig, funktional und für uns idealerweise auch nachhaltig. Wir gehen nicht davon aus, dass jeder Bürger den Anspruch hat, selber Produkte zu designen und umzusetzen. Deshalb ist eine weitere elementare Komponente die globale Plattform, über welche professionelle Produktdesigner “ready-to-produce“ Produkte anbieten, die jeder dann selbst herstellen kann.
    Die People’s Factory wird eine echte Alternative zum Kaufen! Fablabs und Makerspaces verfolgen eine völlig andere Philosophie. Ihr Schwerpunkt liegt auf Experimentieren, Prototyping und der Herstellung von Dingen, die man selber entwirft. Auch ist man mit den aktuellen Tools und Maschinen zufrieden, sie müssen/dürfen nicht einfacher werden.
    Es verbringen überwiegend Technik-Affine Menschen ihre Freizeit dort.
    2) Zum einen sind wir überrascht, wie groß die Begeisterung und die Faszination der Menschen ist, wenn sie unsere Vision verstanden haben…. Es gibt nur sehr, sehr selten jemand, der überhaupt nichts damit anfangen kann. Dann sind wir z.T. mehr als überwältigt über die emotionalen Reaktionen von Kunden, die sich darauf einlassen, einen Gegenstand mit den derzeitigen Maschinen selber herzustellen. So wissen wir, dass wir mit unserem Konzept grundsätzlich richtig liegen. Ebenfalls sehr positiv ist die Zusammenarbeit mit ersten professionellen Produktdesignern. Hier konnten wir bereits unterschiedliche Ansätze erfolgreich testen, vom einfachen Zusenden der digitalen „Schnittmuster“ bereits bestehender Produkte bis hin zu gemeinsamen online Brainstormings und schnellem Prototyping in der People’s Factory.
    Ebenso sehr positiv ist bisher die Zusammenarbeit mit lokalen Labels, für die wir spannende „Merchandising“-Aufträge umsetzen.
    Dennoch stehen wir tatsächlich vor Herausforderungen, mit denen wir in dem Umfang nicht gerechnet haben. Zu den größten Herausforderungen in Luzern gehören folgende:
    – Die Menschen haben kaum Zeit. Kaufen geht schneller!
    – Man redet gerne über bewusstes Kaufen, Nachhaltigkeit und respektvollen Umgang mit Ressourcen, aber im Alltag geht das doch meistens unter. Denn kaufen geht so viel schneller, man hat keine Zeit!
    – Wir beobachten ein ziemlich verzerrtes Werteverständnis. Für Markenprodukte (über die man in der Regel nicht nachdenkt, wo sie herkommen, wie sie hergestellt werden und aus welchen Materialien sie hergestellt wurden) ist man bereit, viel Geld auszugeben. Diese Produkten haben offensichtlich einen hohen Wert. Dort aber, wo tatsächlich ein hoher Wert vermutet werden müsste, da es um Wohlergehen, Zufriedenheit, Gesundheit, Gemeinschaft, Freitheit, Unabhängigkeit, Qualität, Respekt, etc. (alles Top-Themen der Werbeindustrie!) geht, darf es offensichtlich nichts kosten. Alles ist zu teuer! Auch bei uns darf es nichts kosten. Auch unsere Arbeit nicht… dabei hat jeder für sich ja den Anspruch, bestmöglich und entsprechend seiner Position sowie Qualifikation bezahlt zu werden.
    Das hat dazu geführt, dass wir bereits zum zweiten Mal seit Eröffnung das Angebot entsprechend geändert haben. So fahren wir im Moment das Konzept der „Open Factory“ (d.h. während der Öffnungszeiten kann jeder einfach so, ohne Anmeldung, vorbeikommen und etwas herstellen – egal ob mit Unterstützung oder selbständig mit Maschinenpass) wieder deutlich runter, da dies offensichtlich die Menschen noch überfordert, spontan vorbeizukommen und mal eben so etwas in kurzer Zeit (die meisten unserer derzeitigen „ready-to-produce“ Produkte dauern alle nicht länger als 1 Stunde) etwas herzustellen. Dafür erarbeiten wir Workshop-Angebote mit einer mehrwöchigen Laufzeit. Hier entscheiden sich die Teilnehmer ganz bewusst für den Workshop, zahlen im Voraus und reservieren sich die jeweiligen Abende fest in ihrem Kalender. Dies setzt voraus, dass wir anspruchsvollere und umfassendere Produkte in diesen Workshops herstellen.
    Auch sehen wir zur Zeit ein großes Potential darin, die People’s Factory als „Event-Raum“ anzubieten und erarbeiten ein entsprechendes Angebotskonzept. So hatten wir bereits einige spannende Veranstaltungen, wie z.B. Workshops im Rahmen der „Fashion Revolution Week“, ein „PopUp Examen“ mit der Hochschule Luzern, etc. Demnächst wird es Firmenevents, Buchlesungen kombiniert einem Workshop, und vieles mehr geben.
    Auch den Fokus der Kommunikation haben wir inzwischen stark korrigiert, d.h. wir konzentrieren uns nahezu ausschliesslich auf das Quartier in Luzern, in dem wir angesiedelt sind. Hierfür bauen wir ein stark lokales Netzwerk für die Zusammenarbeit auf, wie z.B. die Hochschule, eine große Luzerner Wohnbaugenossenschaft, Quartiervereine, etc…

    1. Camille Roseau

      Liebe Marianne das klingt nach einem sehr interessanten Projekt und nach einem guten Ort für ein modernisiertes DIY/kollektiv nutzbarer offener Werkstatt. Könntet ihr vielleicht noch ein paar Beispiele bringen, welcher Art die hergestellten Produkte sind? Viele Grüsse, Camille

      1. Marianne.Wilmsmeier Post author

        Liebe Camille, ganz herzlichen Dank für Dein Feedback und Deine Frage. Es wird sich in Zukunft um alle Alltagsgegenstände handeln, die professionelle Produktdesigner für die People’s Factory entwickeln (es ist ja ein komplett neuer Konstruktionsansatz, da es eine gesunde Mischung aus Maschinen und Händen darstellt). Aktuell wären z.B. der halbe IKEA bereits möglich :-)… Auf unserer Webseite https://www.peoplesfactory.com/de/produkt-kategorie/products-de-2/ findest Du eine aller erste Übersicht, im Hintergrund arbeiten wir bereits an neuen Produkten. Zum Teil entwickeln wir sie selber, zum Teil arbeiten wir mit Produktdesignern zusammen. Wie bei vielen Ansätzen, die bestehendes durchbrechen, ist es in erster Linie eine Frage der Vorstellungskraft und auch Wille, neue Wege, in diesem Fall Konstruktionen zu finden. Liebe Grüße, Marianne

    1. Marianne.Wilmsmeier Post author

      Lieber Fred, vielen Dank für Dein Feedback und Deine Frage! Ich könnte Dir jetzt viel erzählen, aber es gibt eine “Story” dahinter. Neil Gershenfeld, der Initiator der Fablabs, ist davon überzeugt, dass es bis 2033 1 Millionen Fablabs weltweit geben wird. Er begründet seine Prognose mit dem “Mooresche Gesetz”, d.h. alle 18 Monate verdoppelt sich die Anzahl der Fablabs. Allerdings stagniert diese Entwicklung inzwischen, manche sehen sogar wieder einen Rückgang. Sprich, wir teilen seine Prognose nicht. Wir sind jedoch von der Vision, dass ein Teil der Produktion komplett in die Hände der Bürger gegeben werden kann, sofern die Grundlagen dafür geschaffen werden, absolut überzeugt. Unser Ziel ist es, ein Konzept zu schaffen, das es erlaubt, dass so viele Standorte wie nur möglich weltweit eröffnen. Für einen signifikanten Wandel braucht es eine entsprechende Zahl, damit die Wirkung sich auch tatsächlich entfalten kann. Allerdings war uns die Zahl 1 Millionen dann doch auch für das Konzept der People’s Factory viel zu hoch :-)…. und wir haben gesagt: „Lass uns mal googeln, wieviele Standorte McDonalds zur Zeit hat!“ Es sind 35.000. Die haben wir uns dann als sehr ambitioniertes Ziel auf die Agenda gesetzt :-).

      1. holger hoffmann-riem

        Dann hoffe ich mal dass ihr McDonals bei der Zahl der Filialen bald überholt – sprich: ihr das Ziel erreicht, und McDonalds langsam verschwindet. Habt ihr auch eine Vorstellung, wieviele Standorte das dann in der Schweiz wären? Spannend wird für mich die Frage sein, wie das finanziert werden kann. 100’000 pro Standort ist ambitioniert, aber in meinen Augen machbar. Wir haben einen Unverpackt-Laden (frischlinge.ch) unterstützt, der etwas mehr als diesen Betrag über Crowdfunding mobilisieren konnte. Was ich super fände: wenn ihr dafür sorgt, dass das gewonnene Wissen im Netzwerk erhalten bleibt, so dass die Gründung bei jedem neuen Standort einfacher wird – so , wie das z.B. auch die Impact Hubs machen.

        1. Marianne.Wilmsmeier Post author

          Lieber Holger, unsere Vision ist, dass die einzelnen Standorte niemandem “gehören”, sondern als eigenständige Genossenschaften sich selber tragen. Dennoch möchten wir eine übergeordnete “Organisation” aufbauen, die dafür sorgt, dass die einzelnen Standorte nicht nur Teil einer großen Gemeinschaft sind, sondern, wie beim klassischen Franchising, von echten Optimierungspotentialen profitieren. So kann das z.B. für eine Region ein “Ausstattungspartner” sein, der nach einem gemeinsamen Design die Ausstattungsgegenstände anbietet, dann die globale Plattform für die Produkte, über welche die Produktdesigner ihre Produkte präsentieren und für die sie “Produktionslizenzen” anbieten. Hier haben wir bereits einen Partner (Ambitorio.ch), der diese Plattform mit Blockchain-Technologie unterlegen wird, so dass wir nicht nur Zahlungsströme absichern, sondern auch IPs der Produktdesigner schützen können, dann können wir über diese Gemeinsam/Plattform Forschungsprojekte hinsichtlich neuen Materialen (z.B. Urban Mining Ansätze, so dass die Bürger “Abfall-Materialien” selber wieder verwenden können,…) und so vieles mehr. Also das Teilen von Wissen, damit die neuen Form von lokaler Produktion immer besser wird, ist ein ganz wichtiger Bestandteil. Anders geht es gar nicht… Idealerweise ist diese übergeordnete “Organisation” ebenfalls eine Impact driven Institution, z.B. not-for-Profit oder es ist sogar eine Stiftung (warum soll das sagenumwobene “The Giving Pletch” Projekt das nicht finanzieren, würde zumindest in ihre Agenda passen…?). Wieviele Standorte es einmal in der Schweiz sein könnten? Das hängt davon ab, wieviele Menschen es geben wird, die eine People’s Factory aufbauen wollen :-)… Wir sehen aber auch hier ein großes Potential, dass man neue Standorte in zukünftige, spannende Wohnprojekte, meistens ja selber von Wohn- und Baugenossenschaften getragen, automatisch integrieren kann. Es gibt aber noch ganz andere Möglichkeiten, die Initial-Finanzierung zu optimieren, z.B. indem man parallele Plattformen schafft, die sich z.B. nur um Ausstattung beschäftigen, in etwas so ähnlich wie https://www.opendesk.cc. Für all die Fragen haben wir ja den mind. 2-jährigen Piloten in Luzern. Nach den ersten 6 Monaten haben wir bereits sehr viel gelernt, jedoch noch viel mehr Fragen als zu beginn :-)… es ist ein mehr als ambitioniertes Projekt, aber es ist wirklich machbar. Wir sprechen nicht davon, auf den Mars zu fliegen, künstliches Fleisch herzustellen, etc… Was wir jedoch bald beginnen sollten, ist der Aufbau der eigenen Maschinenproduktion, denn die Maschinen und Tools, die es derzeit gibt, sind nicht wirklich dafür geeignet und leider werden wir durch diese Maschinen, die wir für den Start wählen mussten, wie z.B. der 3D Drucker, die CNC-Fräse, etc… immer wieder in die Ecke von Fablabs und Makerspaces gesteckt. Das alles wird aber nur mit Menschen möglich sein, die von diesem Projekt überzeugt sind und es mit allen Kräften unterstützen :-)…

  3. Thomas.Elmiger

    Die People’s Factory gefällt mir sehr gut! Ich wüsste bei uns im Ort auch einen guten Standort und würde bei einer lokalen Factory wohl auch gerne als Genossenschafter einsteigen … Persönlich habe ich aber ähnliche Probleme wie andere potenzielle Kunden: wenig Zeit und ein beschränktes Budget. Der Erfolgsfaktor Nähe, den ihr bereits identifiziert habt dürfte auch aus zeitlichen Gründen sehr sehr wichtig sein.
    Spontan hätte ich nun folgende Idee, die ihr vielleicht auch schon geprüft habt: Die Kosten pro Standort für Personal und Infrastruktur lassen sich wohl erheblich senken, wenn nicht das ganze Angebot vorhanden ist. Kunden könnten so z.B. im Ort A das System People’s Factory und das Angebot für die Holzbearbeitung kennen lernen, und im Nachbarort B wäre vielleicht der 3D-Druck im Vordergrund. Wenn Sie sehen, wie das Ganze funktioniert und quasi mit dem Virus infiziert sind, nehmen sie dann gerne auch noch etwas Weg in Kauf. Solange ein Dauerbetrieb nicht rentabel ist, könnte das Personal mehrere Standorte betreuen – Angestelle sind wohl eher mobiler als Kunden.
    Habt ihr so ein Modell auch schon geprüft? Wie seht ihr Minimalausstattung und minimales Einzugsgebiet (Einwohner, Distanz zu Hochschulen, …).
    Ich bin sicher, die Zeit arbeitet für euch, was verfügbare Zeit und Werte anbetrifft – ich hoffe, ihr bleibt so lange dran – toi, toi, toi!

    1. Marianne.Wilmsmeier Post author

      Lieber Thomas, vielen Dank für Dein Feedback und Deine Ideen! Wir haben uns auch schon über einen ähnlichen Ansatz Gedanken gemacht, ihn aber am Ende wieder verworfen. Die höchsten Fixkosten machen die Miete und Gehälter aus, es sind nicht wirklich die Maschinen. Daneben bedarf es einer gewissen Grundausstattung, damit die Idee der „ready-to-produce“ Produkte funktioniert. Wir sind gerade dabei, erste anspruchsvollere Produkte in Zusammenarbeit mit professionellen Produktdesignern zu entwickeln, z.B. eine Designerlampe und ein innovatives Spiel. Für diese Produkte braucht es Stand heute die CNC-Fräse, den Laser Cutter, den 3D Drucker und den Plotter. Eine Variante Deiner Idee wäre aber, dass wir zwar die Standorte aufbauen und einrichten, aber die Öffnungszeiten so legen, dass ein Team 2 – 3 Standorte betreuen kann. Sprich, der eine Standort hat nur Mo und Di geöffnet, der zweite Mi und Do und der dritte Fr und Sa… Auf jeden Fall würden wir uns sehr freuen, Dich als Genossenschafter gewinnen zu können…:-) wo müssten wir denn dafür eine People’s Factory eröffnen?

  4. nicole.ungureit

    überzeugendes Konzept! Formschöne Alltagsgegenstände in der Nähe herstellen, und das auch noch mit Spass und ohne schlechtem Gewissen. Es wäre sensationell, wenn in jeder Stadt solch eine Möglichkeit anzutreffen wäre! Toll, würde ich gerne mitmachen.
    Liebe Grüsse und viel Erfolg, Nicole

  5. Susanne.Pangerl

    Die People’s Factory: Leidenschaft und Professionialität zugleich.

    Tolle Idee, unermüdliches und bedingungsloses Engagement, für künftig ein weltumspannendes Netz an People’s Factories. Weltweit sollen nachhaltig alle Arten von Gegenständen selber fabriziert werden können. Ein absolut unterstützenswertes Projekt, mit diesem Mentoring-Programm Genossenschafts-Knowhow mitzugeben.

  6. Alexander.Wurz

    Hallo Marianne. Ich finde euer Projekt sehr sinnstiftend! Es wird so viel weggeschmissen und wenn man etwas mit seinen eigenen Händen geschaffen hat, bekommt dies einen ganz besonderen Stellenwert. Ich drücke euch die Daumen, dass die fehlenden 34.999 Standorte bald folgen.

  7. Sameer.Yeleswarapu

    I think the concept is looking towards the future and will help in inculcating a “need based production” mindset in the people. With the emerging technology, humans should be able to really control and fine tune the production to lessen the impact on the environment. I wish People’s Factory all the Best!