vita.coop & organ.care

Welches Problem / gesellschaftliche Herausforderung möchtest du / möchtet ihr lösen?
(1) PATIENTENVERFÜGUNG: Mit einer Patientenverfügung sorgt man für Situationen vor, in denen man nicht mehr selber entscheiden kann. Man hält im Voraus fest, welchen medizinischen Massnahmen man zustimmt und welche man ablehnt. Das erlaubt es Ärztinnen und Ärzten zu handeln und entlastet Angehörige. Aus Sicht von Experten sind Patientenverfügungen aber häufig wenig hilfreich, da die Inhalte fast nie die konkrete Situation beschreiben und wenn ein Ereignis eintritt, die Patientenverfügung oft nicht verfügbar ist, oder  von den Verwandten und Angehörigen in Frage gestellt wird.
(2) ORGANSPENDEN: Laut Swisstransplant, warten alleine in der Schweiz ca. 1500 Patienten auf eine Organtransplantation; Tendenz steigend. Dieses Problem können wir gemeinsam mit mehr Organspenden lösen, müssen wir lösen. Der Trend zur Digitalisierung im Gesundheitswesen wird uns dabei unterstützen.

Wie möchtest du / möchtet ihr vorgehen, um das Problem zu lösen?
Vita.coop ist eine Digitale Patienten-Genossenschaft, die global denkt und lokal handelt. Die Mitgliedschaft steht jedem offen. Wir ermöglichen die Patientenverfügung bequem und einfach zu erstellen und zu verwalten; für Patienten von Patienten. Für unsere Mitglieder ist die Basis-Dienstleistung kostenlos; zudem wird es eine kostenpflichtige Version mit zusätzlichen Funktionen geben. Für medizinische Leistungserbringer (Spitäler, Ärzte) und Versicherungen wird es einen kostenpflichtigen Service geben. Die digitale Patientenverfügung wird mit Smart Contracts verwaltet (Crypto-Technologien wie Blockchain oder Hash Chain). Unser erster Use Case ist “Organspenden”.  Als die Patientenverfügungs-Genossenschaft vita.coop werden wir die Organspende-Kampagne organ.care lancieren, und Bürgerinnen und Bürger dazu bewegen und unterstützen, bzw. beraten, in ihrer Patientenverfügung die Organspende festzuhalten. Es ist uns ein grosses Anliegen in Zusammenarbeit mit Behörden (BAG, EU-Kommission, etc.), staatlichen Institutionen (Swisstransplant, Eurotransplant, etc.), Forschung (Universitäten), Patientenorganisationen, und Wirtschaft (Ärzte, Spitäler, Versicherungen, Pharma, Medtech, etc.), dass die Organspende, bzw. -transplantation, transparenter und effizienter wird.

Wie soll sich das Unternehmen finanzieren?
Für die Anschubsfinanzierung werden wir mit Stiftungen und Gönner Kontakt aufnehmen. Mit einer Crowdfunding Kampagne möchten wir die ersten Nutzer von vita.coop und Mitglieder der Genossenschaft finden. Nach ca. 3 Jahren sollte sich die Genossenschaft durch ihrer Dienstleistungen (digitalen Patientenverfügung) finanzieren und wachsen können.

Wie weit bist du / seid ihr in der Entwicklung des Projektes?
Wir sind in einer sehr frühen Phase mit unserem Projekt vita.coop. Für organ.care haben wir die Website www.organ.care erstellt, die wir aber für die Kampagne noch anpassen müssen. Die Website vita.coop und der Business Plan für vita.coop / organ.care sind in Arbeit.

Warum möchtest du / möchtet ihr beim «Swiss CoopStarter» mitmachen?
Wir erhoffen uns von SwissCoopStarter Unterstützung im Aufbau der Digitalen Genossenschaft, bzw. Community Building, bei der Durchführen der Crowdfunding Kampagne, und der “nachhaltige” Öffentlichkeitsarbeit.

Warum willst du / wollt ihr die Genossenschaftsform für das Projekt wählen?
Wir sind überzeugt, dass die genossenschaftliche Verwaltung der Patientenverfügung die richtige und nachhaltigste Lösung ist, um der Patientenverfügung im Gesundheitswesen mehr Durchschlagskraft zu geben und die Interessen der Patienten gegenüber Leistungserbringer zu stärken. Ganz nach dem Selbsthilfe-Grundprinzip der Genossenschaft: Von PatientInnen für PatientInnen.

Was möchtest du über Genossenschaften wissen?
Uns interessiert wie man eine Genossenschaft innovativ aufbauen und digital verwalten kann.


Community

 

Recent Comments

Der Prozess der Organtransplantation, bzw. des Organspendens
Danke für den Hinweis, Niki!Ja, die wir wollen eine gemeinn
Danke Marianne, für deinen wertvollen Kommentar! Genau dies
Lieber Marcos, ich finde Euer Projekt absolut wichtig, spann
Hallo @marcos-garcia, ein höchst spannendes Konzept! Ich se
Hallo @marcos-garcia, ich glaube, dir ist Holgers Frage entg
Danke für Feedback und Tipps!!!
Ich denke spannend wäre es, wenn ihr die Genossenschaft von

Responses

  1. holger hoffmann-riem

    Ich denke spannend wäre es, wenn ihr die Genossenschaft von Anfang an “crowd-basiert” aufbaut. Z.B. mit den folgenden Elementen:
    – Online-Plattform, auf der alle mitmachen können, die sich für Organ Care interessieren – im Sinne von Crowdsourcing, damit alle ihre Ideen einbringen könnt und ihr nicht jedes Rad selbst erfinden . müsst
    – Meetups einmal pro Monat, damit die Leute sich auch offline kennenlernen können und ein persönlicher Draht entsteht
    – Crowdfunding-Kampagne, sobald z.B. 100 Leute euch mitgeteilt haben, dass sie die Idee cool und unterstützungswürdig finden
    – Stiftungsfinanzierung, sobald ihr einen ersten Proof of Concept habt

    Wenn ihr an Stiftungen denkt: habt ihr vor, die Genossenschaft als gemeinnützige Genossenschaft auszugestalten, sprich: Steuerbefreiung anzustreben? Für die meisten Stiftungen ist das leider immer noch Voraussetzung, um euch zu fördern. Falls ihr das vorhabt so solltet ihr den Standortkanton eurer Genossenschaft sehr sorgfältig auswählen, weil einige Steuerämter viel kooperativer sind als andere.

        1. Marcos.Garcia Post author

          Danke für den Hinweis, Niki!Ja, die wir wollen eine gemeinnützige Genossenschaft aufbauen. Haben uns diesbezüglich auch schon klug gemacht und festgestellt, wie Holger auch anmerkt, dass es in gewissen Kantonen einfacher geht. Gruss, Marcos

  2. Nikki Böhler

    Hallo @marcos-garcia, ein höchst spannendes Konzept! Ich selbst bin sehr besorgt, dass meine etwaige Organspende aus administrativen Gründen nicht umgesetzt werden könnte.

    Da ich mich bei diesen Prozessen noch gar nicht auskenne: Wie funktioniert das denn mit dem Austausch mit den Spitälern? Müssen diese die Datenbank konsultieren, wenn ein (Notfall-)Patient bei ihnen eintrifft?

    1. Marcos.Garcia Post author

      Der Prozess der Organtransplantation, bzw. des Organspendens, wird von der Stiftung Swisstransplant im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit BAG reguliert. Das machen wir in der Schweiz, wie in den meisten westlichen Länder. EU, USA, etc, haben auch solche Kontroll-Institutionen. Was absolut wichtig und sinnvoll ist, weil mit der Organtransplantation viel Unfug betrieben wird, z.B. illegale oder unwürdige Organentnahmen. Leider fühlen sich aber in einem von Behörden kontrolliertes System viele Organ-Patienten sehr allein egelassen und ohnmächtig. Mit organ.care wollen wir Organpatienten (unser Fokus sind Nierenpatieten) enablen aktiv zu werden; mit Informationen, mit Tools zum Überzeugen von OrganspenderInnen. In unserem Konzept soll die Patientenverfügung mehr Organspenden bringen und den Prozess transparent und effizient machen. Organspender und Organempfänger brauchen nämlich eine Patientenverfügung und so wird diese zum Brückenschlag. Natürlich werden wir mit Swisstransplant eng zusammenarbeiten und der Austausch mit den Spitälern wird von Swisstransplant koordiniert werden. Wir stellen nur sicher, dass wir, die Genossenschaflter, alle eine Patientenverfügung haben. Die Daten werden natürlich ausgetauscht entlang des medizinischen Workflows, der von Swisstransplant reguliert wird. Der Datenaustausch findet aber nur statt, wenn der Patient das möchte. Die Patientenverfügung gehört nämlich dem Patienten und wird mit den medizinischen Leistungserbringer nur ausgetauscht, wenn gewollt und nötig. Das werden in Zukunft s.g. Smart Contracts (Blockchain) machen können, im Auftrag des Patienten, der ja unter Umständen nicht mehr zurechnungsfähig ist.

  3. Marianne.Wilmsmeier

    Lieber Marcos, ich finde Euer Projekt absolut wichtig, spannend und toll! Leider haben wir in der Familie selber erlebt, was eine Patientenverfügung am Ende “Wert” ist. Meine Eltern hatten eine sehr umfangreiche und vom Notar beglaubigt, etc… als es bei meinem Vater “ernst” wurde, der Krankenwagen kam, das Dokument wurde dem zuständigen Notarzt oder wer das auch immer war mitgegeben… nur auf dem Weg zum Krankenhaus ging sie aus irgendwelchen Gründen verloren…. hubs, da gab es dann zum richtigen Zeitpunkt keine Verfügung mehr und der Arzt durfte machen, was er wollte… ich bin erster Gesellschafter bei Euch!!! Nur eine Frage habe ich… warum sollen die Leistungserbringer und Versicherungen zahlen, es ist doch eher eine Dienstleistung für den Patienten, der damit seinen Willen kundtut.. ohne die Verfügung ist alles klar geregelt, die Leistungserbringer warten nicht auf diese Verfügungen… ich würde es eigentlich schon erwarten, dass ich als Dienstleistungsnehmer, also als Patient, dafür bezahle, für eine so tolle Lösung :-)… Liebe Grüße, Marianne

    1. Marcos.Garcia Post author

      Danke Marianne, für deinen wertvollen Kommentar! Genau diese Art von Situation möchten wir vermeiden: Patientenverfügung geht verloren, Verwandte werden unsicher, Ärzte reden einem ins Gewissen, der Patient kommt nicht zu seinem Recht, etc.. Die Patientenverfügung soll immer und überall verfügbar sein und zwar digital und intelligent beim Patienten und verbunden mit den medizinischen Workflows. Darum setzen wir auf neue Technologien wie Blockchain und Mobile Apps. Das Geschäftsmodell muss natürlich funktionieren, damit vita.coop auch funktioniert und jeder Patient eine digitale Patientenverfügung hat. Und weil vita.coop eine Genossenschaft ist, kann das Geschäftsmodell von den Genossenschaftlern, bzw. Patienten, mitgestalten werden. Wir haben für unser MVP als Zahler die Versicherer gewählt, weil das heute das dominate Geschäftsmodell ist. Heute erwarten UserInnen, dass sie die Dienstleistung gratis bekommen. Google, Faceboook, Amazon, etc. haben uns in diese Konsumfalle gebracht. Aber wie gesagt, wir die Genossenschafter können das Geschäftsmodell gestalten. Cool, dass du schon mit dem Gedanken spielst, Mitglied zu werden. A bientôt! Marcos